Schiffsschraube unter Wasser in Bewegung, die starke Strömung und Luftblasen erzeugt.

Der Unterwasserlärm durch menschliche Aktivitäten nimmt in der Meeresumwelt zu. Solche Geräusche können auf unterschiedliche Weise einen erheblichen negativen Einfluss auf marine Lebewesen haben.

Es gibt viele verschiedene Quellen für Unterwasserlärm. Dazu zählen beispielsweise der Bau und Betrieb von Offshore-Anlagen, militärische Aktivitäten, die Schifffahrt, Baggerarbeiten oder geologische Erkundungen am Meeresboden. Der nachteilige Einfluss von Unterwasserlärm durch die Schifffahrt rührt im Wesentlichen daher, dass die Frequenz des erzeugten Geräusches zu einer Überlagerung der Kommunikation zwischen Meerestieren wie Walen führen kann.

IMO-Leitlinien zur Reduktion von Unterwasserlärm durch die Schifffahrt
In Anerkennung der negativen Auswirkungen von Unterwasserlärm auf das marine Leben genehmigte der Ausschuss für den Schutz der Meeresumwelt der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation – IMO (MEPC) auf seiner 66. Sitzung im Jahr 2014 die „Guidelines for the reduction of underwater noise from commercial shipping to address adverse impacts on marine life“. Nach ausführlichen Konsultationen zwischen IMO-Mitgliedstaaten und internationalen Organisationen, an denen sich der Verband Deutscher Reeder (VDR) über Deutschland und seinen internationalen Dachverband (ICS) aktiv beteiligt hat, sind 2023 auf der 80. MEPC-Sitzung dazu überarbeitete Leitlinien verabschiedet worden.

Sie fassen den aktuellen Stand des Wissens zusammen und geben einen Überblick über technische und operative Maßnahmen, wie sich der Unterwasserlärm von Schiffen reduzieren lässt.

Der VDR empfiehlt Schifffahrtsunternehmen, die freiwillige Umsetzung der aktuellen IMO-Leitinien zu prüfen. Reedereien sind ohnehin verpflichtet, zahlreiche Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion/Energieeffizienz umzusetzen, um verbindliche Standards auf diesen Gebieten zu erfüllen. Einige dieser Maßnahmen liefern auch effektive Ansätze zur Reduktion von Unterwasserlärm. Durch eine sorgfältige Auswahl kann so in vielen Fällen sogar eine Verringerung von Unterwasserlärm ohne zusätzliche Kosten erreicht werden.

Runder Tisch Unterwasserschall und Schifffahrt
Der VDR ist Kooperationspartner des Runden Tisches Unterwasserschall und Schifffahrt, der im Jahr 2023 durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ins Leben gerufen wurde. Weitere Partner sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) und der Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. (VSM).

Ziel des Runden Tisches ist es, zu dem Thema alle beteiligten Interessengruppen zusammenzubringen. Im Zentrum stehen in erster Linie der Informationsaustausch und das fachliche Gespräch, um die Entwicklung und Umsetzung der aktuell relevanten Regularien zur Reduktion von Unterwasserlärm konstruktiv zu begleiten und zu diskutieren. Protokolle und Präsentationen vergangener Veranstaltungen finden sich hier.

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  • Portraitfoto Christian Naegeli

    Christian Naegeli

  • Portraitfoto Philipp Simmank

    Philipp Simmank

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