Wie sind meine Arbeitszeiten?
Mehrere Monate an Bord, danach wieder ganz lange Freizeit – die Arbeitszeiten von Seeleuten machen wohl den größten Unterschied zu einem herkömmlichen Beruf. Viele wissen die Vorteile zu schätzen: Wo sonst kann man für einen Urlaub gleich mehrere Monate am Stück einplanen? Wem die lange Abwesenheit von zu Hause nicht zusagt, der kann trotzdem „anheuern“: Auf Schleppern und Fährschiffen, die in küstennahen Gewässern unterwegs sind, gelten in der Regel klassischere Arbeitszeiten.
Wie fit muss ich körperlich sein?
Voraussetzung für eine Ausbildung in der Seeschifffahrt ist die Seediensttauglichkeit. Dazu gehören zum Beispiel ein gutes Hör-, Seh- und intaktes Farbunterscheidungsvermögen. Wir unterscheiden die Seediensttauglichkeit für den Decksdienst und den Maschinendienst, die in der Regel jeweils für zwei Jahre bescheinigt wird. Nähere Informationen zur Seediensttauglichkeit findest Du unter https://www.deutsche-flagge.de/de/maritime-medizin/seediensttauglichkeit
Was macht das Leben an Bord aus?
Nichts ist so international wie die weltumspannende Seeschifffahrt. Die Besatzungsmitglieder kommen aus vielen verschiedenen Ländern. Der multikulturelle Background bereichert den Alltag an Bord. Alle Seeleute weltweit eint die Leidenschaft für die Schifffahrt.

Welche Sprachen muss ich können?
Die Bordsprache in der Seeschifffahrt ist Englisch. Dabei gilt: Nobody’s perfect! Für die ersten Einsätze reichen deine Grundkenntnisse aus der Schule. Die maritimen Fachbegriffe erlernst du dann ganz schnell im Alltag an Bord.
Was für Schiffe gibt es?
Ob XXL-Containerschiff, Feeder (das sind die „kleinen Brüder“ der großen Containerriesen), Tanker, Massengutfrachter, Stückgutfrachter, Autotransporter, Personenfähre, Kreuzfahrtschiff oder Hafenschlepper – so vielfältig wie die Schiffsklassen ist auch die maritime Arbeitswelt. Hier ist für jeden etwas dabei. Eine ausgiebige Beschreibung zu den verschiedenen Schiffstypen und den Aufgaben an Bord findest Du unter: www.machmeer.de/infos-fuer-azubis/schiffe
Wie steht es um das Thema Sicherheit?
Das oberste Gebot an Bord lautet: „Safety first“. Das hohe Sicherheitsniveau in der kommerziellen Schifffahrt garantieren zahlreiche nationale und internationale maritime Gesetze und Vorschriften, die regelmäßig aktualisiert werden. So ist zum Beispiel im SOLAS-Abkommen genau geregelt, wie viele Rettungsboote an Bord eines Schiffes sein müssen und wie mit gefährlicher Ladung umgegangen werden muss. Selbstverständlich gehören auch sichere Schutzbekleidung und regelmäßige Brandschutz- und Rettungsbootübungen zum Alltag der Seeleute.
Welche Skills benötige ich?
Ob im Maschinenraum, auf der Brücke oder an Deck: Wer zur See fährt, sollte technisches Interesse mitbringen, aber auch keine Scheu vor „handfesten“ Arbeiten wie Entrosten oder Streichen haben. Übrigens: Als Schiffsmechaniker erhältst du eine umfassende Grundausbildung und kannst dich später auf den Bereich Nautik (Schiffsnavigation) oder Technik (Schiffsmaschinen) spezialisieren – je nachdem, was dir mehr Spaß macht.

Wie passen Schifffahrt und Klimaschutz zusammen?
Du willst beim Klimaschutz mithelfen? Dann bist du in der Schifffahrt genau richtig! Wohl kaum eine andere Industrie geht das Thema so konsequent an. Bis zum Jahr 2050 will die gesamte Branche CO2-neutral sein. Um das zu schaffen, setzt die Schifffahrt z. B. auf saubere Treibstoffe, alternative Antriebstechnologien und digitale Innovationen für einen ökologischeren Schiffsbetrieb.
Was kann ich an Bord verdienen?
Seeleute sind 24 Stunden an ihren Arbeitsplatz gebunden. Deshalb verdienen sie auch mehr als ihre Kollegen an Land mit einem vergleichbaren Job. Die Heuer (Fachjargon für Einkommen) eines Schiffsmechanikers im 1. Jahr nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung liegt bei ca. 3.900 Euro im Monat. Zum Vergleich: Ein Konstruktionsmechaniker kommt nach seiner Ausbildung auf etwa 2.500 Euro.
Wie sind die beruflichen Perspektiven?
Fachkräfte sind auch in der Seeschifffahrt heiß begehrt. Die Ausbildungschancen und die Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung sind so gut wie nie zuvor. Auch die Aufstiegschancen sind exzellent. Wer möchte, kann in der Seeschifffahrt durchstarten und nach der Zeit an Bord eine Karriere an Land machen, z.B. als Lotse, Inspekteur, Ausbilder oder im Management einer Reederei.
Ist das auch was für Frauen?
Schifffahrt eine reine Männerwelt? Von wegen! Heute machen immer mehr Frauen in der maritimen Branche Karriere. Sie sind in vielen Reedereien erfolgreich in der Nautik oder Schiffsbetriebstechnik tätig, fahren als Leiterin der Maschinenanlage oder als Kapitänin. An den deutschen seemännischen Berufs- Fach,- und Fachhochschulen ist der Frauenanteil in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Du interessierst Dich für eine Karriere an Bord, möchtest wissen, welche Berufsbilder es gibt und welche Wege in die Schifffahrt führen?
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