Biofouling beschreibt das Anhaften von Mikroorganismen, Algen, Pflanzen und Tieren an den Oberflächen von Schiffsrümpfen. Dieser biologische Prozess hat nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Er kann zur Einschleppung invasiver Arten in fremde Gewässer führen und erhöht gleichzeitig den Strömungswiderstand von Schiffen, was den Energieverbrauch und damit die Emissionen deutlich steigen lässt.
Internationale Regelungen: Die Biofouling-Richtlinien der IMO
Um diesem Problem zu begegnen, hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) im Jahr 2011 Richtlinien zur Kontrolle und zum Management von Biofouling an Schiffen veröffentlicht. Sie verfolgen das Ziel, weltweit einheitliche Standards zu etablieren, die die Verbreitung invasiver aquatischer Arten wirksam eindämmen.
Nach umfassenden Konsultationen zwischen den Mitgliedstaaten der IMO und verschiedenen internationalen Organisationen, an denen sich auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) über die deutsche Delegation und den Internationalen Reederverband (ICS) aktiv beteiligt hat, wurden die Richtlinien 2023 vom Ausschuss für den Schutz der Meeresumwelt aktualisiert.
Die überarbeiteten Richtlinien richten sich an alle Beteiligten im Schiffs- und Hafenbetrieb. Dazu zählen Reedereien, Schiffsbetreiber, Werften, Schiffskonstrukteure, Klassifikationsgesellschaften, Hersteller von Antifouling-Systemen sowie weitere Zulieferer und Dienstleister. Die Richtlinien enthalten praxisnahe Empfehlungen zu folgenden Bereichen:
- Gestaltung und Bau von Schiffen
- Auswahl, Anwendung und Pflege von Antifouling-Systemen
- Überwachung relevanter Risikoparameter
- Maßnahmen bei Befall und Reinigung unter Wasser
- Erstellung und Umsetzung eines Biofouling-Management-Plans
- Dokumentation, Information und Schulung des Personals
Etablierte Plattform für den Austausch: Der Runde Tisch Biofouling
2019 hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gemeinsam mit dem VDR erstmals einen Runden Tisch zum Thema Biofouling organisiert. Dieses Austauschformat hat sich seitdem als feste Dialogplattform etabliert.
Der Runde Tisch bringt Fachleute aus Verwaltung, Politik, Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Klassifikationsgesellschaften zusammen. Ziel ist es, Wissen zu teilen, Herausforderungen im praktischen Biofouling-Management zu diskutieren und die Weiterentwicklung der internationalen Richtlinien durch fundierte Rückmeldungen aus der Praxis zu unterstützen. Protokolle und Präsentationen vergangener Veranstaltungen finden sich unter diesem Link:






