
Was sind Ihre Gedanken im Zusammenhang mit Schifffahrt?
Eden: Für Frosta spielt die Schifffahrt eine zentrale Rolle in der globalen Beschaffungskette. Als Hersteller von Tiefkühlprodukten mit einem hohen Anteil an Fisch, Gemüse und Fleisch beziehen wir viele Rohwaren aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Die Seefracht ermöglicht uns dabei temperaturstabile, kosteneffiziente und planbare Transporte großer Warenmengen – gerade für tiefgekühlte Lebensmittel ein unverzichtbarer Baustein.
Bremerhaven, unser wichtigster Logistikstandort, zählt zu den bedeutendsten europäischen Häfen für temperaturgeführte Güter und wird international als einer der führenden Standorte für Kühllogistik bezeichnet. Über den Hafen erreicht uns Tiefkühlrohware aus Asien, den USA, Lateinamerika, Neuseeland und Afrika.


Für Frosta spielt die Schifffahrt eine zentrale Rolle in der globalen Beschaffungskette.
Maral Eden. Manager Bremerhaven In-house Logistics Transformation and Integration
Welche Rolle spielt die Schifffahrt in der Logistikkette bei Frosta?
Buck: Ein Großteil unserer Fisch-, Gemüse- und Fleischrohwaren gelangt aus den Herkunftsregionen per Schiff in Kühlcontainern in verschiedene deutsche und niederländische Häfen, wo große Mengen an Tiefkühlware umgeschlagen werden. Insgesamt werden im Jahr ca. 1.700 Container mit tiefgekühltem Fisch für Frosta in Europa angeliefert.
Bei Frosta wird das Thema Nachhaltigkeit großgeschrieben. Umfasst das auch den Bereich Logistik, insbesondere die Schifffahrt?
Eden: Nachhaltigkeit ist für Frosta ein integraler Bestandteil der gesamten Wertschöpfung. Wir berechnen für alle unsere Produkte den CO2-Fußabdruck und veröffentlichen die Zahlen auf unserer Webseite. Auch die Transporte sind Teil des Fußabdrucks, und es ist unser Ziel, diesen kontinuierlich und messbar zu reduzieren. Bis 2035 möchten wir in den Emissionskategorien Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (Emissionen aus eingekaufter Energie) und Scope 3 (indirekte Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette) auf nahezu null („close to net zero“) kommen. Insbesondere die Schifffahrtslogistik wird dabei künftig stärker in den Fokus rücken.


Transparente Lieferkettenprozesse und enge Partnerschaften mit langjährigen Lieferanten sorgen für hohe Resilienz.
Christoph Buck. Teamleader Purchasing Fish bei Frosta
Wie gehen Sie mit Herausforderungen wie geopolitischen Konflikten um, damit sie die Kontinuität Ihrer Lieferketten nicht gefährden?
Buck: Wir begegnen globalen Unsicherheiten durch Diversifizierung unserer Lieferanten, flexible Anpassung von Routen, den Rückgriff auf alternative Häfen sowie solide Sicherheitsbestände in der Frosta AG. Zusätzlich sorgen transparente Lieferkettenprozesse und enge Partnerschaften mit langjährigen Lieferanten für hohe Resilienz.



Frosta – Das Unternehmen
Die FRoSTA Aktiengesellschaft mit Sitz in Bremerhaven ist Deutschlands Marktführer für tiefgekühlte Gerichte. Das Unternehmen beschäftigt 1.849 Mitarbeitende in sieben Ländern. Produziert wird heute in Bremerhaven und in den Standorten Lommatzsch, Bobbenheim-Roxheim sowie im polnischen Bydgoszcz. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen 682 Millionen Euro Umsatz. Seit 2003 verzichtet Frosta auf Initiative des Geschäftsführers, Felix Ahlers, in allen Gerichten konsequent auf den Zusatz von Geschmacksverstärkern, Aromen, Farbstoffen und allen anderen Zusätzen.
Frosta ist nicht nur Vorreiter in Sachen Zubereitung ohne Geschmacksverstärker und Farbstoffe – sondern auch bei der CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln.
So beträgt der CO2-Fußabdruck des Klassikers „Tagliatelle Wildlachs“ 252g CO2/100g. Davon entfallen 43 Prozent auf Zutaten inklusive Lagerung, Verpackung und Transport. Die Verarbeitung trägt 14 Prozent, die Lagerung im Handel 4 Prozent, die Zubereitung zu Hause, inklusive Einkaufsfahrt, Lagerung und Abwasch, 39 Prozent zu den CO2-Emissionen bei.
www.frosta.de




