Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßt die Initiative Deutschlands für freie und sichere Schifffahrt. Außenminister Johann Wadephul berät am heutigen Freitag, 23. Oktober, in Istanbul mit europäischen und regionalen Partnern über die Bedrohungen an der Straße von Hormus, am Bab al-Mandab und im Schwarzen Meer.
„Deutschland darf bei der Sicherheit der Seewege nicht Zuschauer sein. Als Handelsnation sind wir auf freie Seewege angewiesen – für unsere Exporte ebenso wie für die Versorgung mit Energie, Rohstoffen und Waren. Wir müssen unseren Einfluss nutzen, Partner gewinnen und selbst vorangehen. Mit seiner Initiative setzt Außenminister Wadephul dafür ein wichtiges Zeichen. Jetzt gilt es, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Angriffe zu beenden und freie Durchfahrten zu sichern“, sagt VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.
Angriffe in der Golfregion und im Schwarzen Meer gefährden Seeleute und zivile Handelsschiffe, zuletzt sogar vor der bulgarischen EU-Küste. Im Roten Meer halten die Bedrohungen durch die Huthi an. Unsichere Seewege erzwingen Umwege, erschweren Lieferungen und erhöhen die Transportkosten. Die Folgen betreffen uns alle: Auch weit entfernte Konflikte können Energie und Waren des täglichen Bedarfs hierzulande verteuern.
Wadephuls Warnung vor drohenden Hungersnöten unterstreicht aus Sicht des VDR die Dringlichkeit. „Wenn Getreide, Düngemittel und Energie nicht zuverlässig ankommen, steht die Versorgung ganzer Regionen auf dem Spiel. Deutschland und seine Partner müssen ihre Handlungsmöglichkeiten gemeinsam nutzen und beim Schutz der freien Schifffahrt vorangehen“, so Kröger.
Der VDR hatte bereits in der vergangenen Woche verstärkte diplomatische Bemühungen und koordinierte Schutzmaßnahmen gefordert. „Wichtig ist, dass aus den Gesprächen konkrete Fortschritte für den Schutz der Seeleute und die Sicherheit des Seehandels entstehen“, betont Kröger.
Knapp 300 Reedereien mit insgesamt 1.716 Schiffen prägen die deutsche Handelsschifffahrt. Viele Schiffe und Besatzungen sind weltweit im Einsatz und auf sichere, frei zugängliche Seewege angewiesen.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.





