Für die Schifffahrt im Roten Meer verschärft sich die Sicherheitslage erneut. Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich. Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne.
Über das Rote Meer und den Suezkanal verläuft die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Transportiert werden dort nicht nur Öl und andere Energieträger, sondern auch Elektronik, Maschinen und Bauteile, Lebensmittel, Kleidung sowie Medikamente und pharmazeutische Vorprodukte. „Die Sicherheit dieses Seewegs ist für die Versorgung Deutschlands und Europas von enormer Bedeutung“, erklärt VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.
Die Huthi haben ihren Drohungen gegen Handelsschiffe bereits mehrfach Taten folgen lassen. Viele Reedereien meiden die Region deshalb und nehmen den deutlich längeren Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf. Dadurch können sich die Fahrtzeiten um bis zu zwei Wochen verlängern – verbunden mit höheren Kosten, zusätzlichem Treibstoffverbrauch und mehr CO₂-Emissionen.
Nachdem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bereits nahezu zum Erliegen gekommen ist, droht nun auch an einem für Europa besonders wichtigen Nadelöhr eine weitere Eskalation. Störungen am Bab al-Mandab können Lieferungen verzögern, wichtige Waren und Vorprodukte verknappen und die Preise erhöhen. Das trifft unsere Wirtschaft und am Ende uns alle im Alltag.
Handelsschiffe und ihre Besatzungen dürfen nicht zur Geisel geopolitischer Konflikte werden. „Die Freiheit der Seeschifffahrt ist nicht verhandelbar: Wer den Bab al-Mandab bedroht, greift eine Lebensader des Welthandels an“, so Kröger.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.





