Angesichts der angespannten Sicherheitslage in der Straße von Hormus sieht der Verband Deutscher Reeder (VDR) eine dringende Notwendigkeit für international koordinierte Schutzmaßnahmen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat heute angekündigt, gemeinsam mit Partnern Möglichkeiten zu prüfen, wie der Seeverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge besser geschützt werden kann. Den festsitzenden Schiffen soll eine Ausfahrt aus der Kriegsregion Persischer Golf ermöglicht werden. Auch aus den USA gab es zuletzt entsprechende Signale.
Aus Sicht des VDR sollte Deutschland solche Initiativen aktiv unterstützen und sich an der internationalen Koordination einer solchen Mission beteiligen. Deutschlands Außenhandel läuft zu zwei Dritteln über den Seeweg, die Bundesrepublik ist auf sichere Seehandelsrouten angewiesen – und auch deutsche Schiffe und ihre Besatzungen befinden sich derzeit in der betroffenen Kriegsregion.
„Zu hoffen, dass sich die Lage von allein entspannt, ist keine Option. Für die Sicherheit der Seeleute und als klares Signal für den Schutz der Handelsschifffahrt braucht es so bald wie möglich ein koordiniertes internationales Vorgehen“, sagt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder.
Zuletzt kam es bereits zu Angriffen auf Handelsschiffe mit Toten und Verletzten unter Seeleuten. Handelsschiffe sind unbewaffnet und können sich gegen militärische Angriffe nicht selber schützen.
Der Persische Golf ist aus maritimer Sicht eine Sackgasse: Es gibt nur einen einzigen Seeweg hinein und hinaus – die Straße von Hormus. Derzeit sind dort über 2.000 Schiffe faktisch eingeschlossen. Darunter befinden sich rund 30 Schiffe deutscher Reedereien – darunter Container-, Tank- und Massengutschiffe sowie zwei Kreuzfahrtschiffe. Gleichzeitig warten außerhalb der Passage etwa 500 weitere Schiffe, die ursprünglich in den Persischen Golf einlaufen wollten.
Der Schutz der zivilen Handelsschifffahrt und ihrer Besatzungen in der Region ist dringend notwendig. Dem Verband ist bewusst, dass Organisation und Durchführung eines solchen Schutzes komplex sind und internationale Abstimmung erfordern. Umso wichtiger ist es, entsprechende Initiativen jetzt voranzubringen.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.





