Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben sich am 11. März darauf verständigt, Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten. Dazu gehört auch die Prüfung international koordinierter Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßt diese Initiative ausdrücklich und fordert nun schnelle konkrete Schritte.
„Die ganze Welt spürt derzeit, wie wichtig freie Seewege sind und wie entscheidend der Schutz der Handelsschifffahrt und unserer Seeleute ist. Die Entscheidung der G7 ist deshalb ein wichtiges Signal. Gut, dass Deutschland sich im Rahmen der G7 beteiligt und diese Initiative mit vorantreibt. Deutschlands Außenhandel läuft zu rund zwei Dritteln über den Seeweg – deshalb hat unser Land ein besonderes Interesse am Schutz der Handelsschifffahrt. Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen: Wer freie Seewege will, muss sie gemeinsam sichern“, erklärt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR.
Angesichts der andauernden angespannten Sicherheitslage im Persischen Golf hat sich der Verband bereits in der vergangenen Woche an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gewandt und um Unterstützung für eine international koordinierte Schutzmission für zivile Handelsschiffe gebeten.
Unterdessen hat sich die Lage in der Region weiter zugespitzt. In den letzten Tagen und Stunden hat die Zahl der Angriffe auf Handelsschiffe erneut zugenommen. Bislang wurden rund 20 Schiffe attackiert, dabei gab es Tote und Verletzte unter Seeleuten. Derzeit sind mehr als 2.000 Schiffe im Persischen Golf festgesetzt. Rund 30 Schiffe deutscher Reedereien sind dort aktuell betroffen, an Bord arbeiten etwa 1.000 Seeleute.
Für die Menschen an Bord der Schiffe bedeutet die Situation eine enorme Belastung. Die Crews müssen in einer angespannten Lage ausharren. Gleichzeitig läuft der Schiffsbetrieb weiter: Maschinen müssen betrieben, Wartung und Sicherheit gewährleistet und die Schiffe jederzeit manövrierfähig gehalten werden. Handelsschiffe können nicht einfach „abgestellt“ werden. Die Reedereien stehen in engem Austausch mit ihren Besatzungen und tun alles, um die Seeleute bestmöglich zu informieren, zu unterstützen und zu versorgen. Die Sicherheit der Crews hat oberste Priorität.
Die G7 (Gruppe der Sieben) ist ein Zusammenschluss führender Industrienationen und Demokratien. Zu ihren Mitgliedern gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.





