Die Fregatte „Hessen“ (Klasse 124) war vom 23. Februar bis zum 20. April 2024 ein zentraler Beitrag Deutschlands zur EU-Mission ASPIDES, um Handelsschiffe im Roten Meer vor Angriffen der Huthi-Miliz zu schützen.

Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran mahnt der Verband Deutscher Reeder (VDR) den konsequenten Schutz der internationalen Handelsschifffahrt im Nahen und Mittleren Osten an und spricht sich zugleich für eine Verlängerung der EU-Marineoperation ASPIDES über den 28. Februar 2026 hinaus aus.

„Die Handelsschifffahrt erfüllt eine unverzichtbare Funktion für die weltweite Versorgung“, betont VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger. „Unsere Seeleute und unsere Schiffe dürfen nicht zwischen die Fronten geopolitischer Auseinandersetzungen geraten. Zivile Schifffahrt muss aus militärischen Konflikten herausgehalten und, wo notwendig, geschützt werden.“

Zentral für die internationalen Waren- und Energieverkehre sind in der Region zwei Seehandelsachsen: die Straße von Hormus sowie die Route durch das Rote Meer mit der Meerenge Bab al-Mandab und dem Suezkanal. Über diese Achsen werden erhebliche Mengen an Energie, Rohstoffen und Industriegütern weltweit transportiert. Beeinträchtigungen könnten die Transportkosten erhöhen, Transitzeiten verlängern und zusätzliche Belastungen für internationale Energie- und Warenströme nach sich ziehen.

Rund 20 Prozent des global gehandelten Rohöls werden über die Straße von Hormus transportiert. Zugleich ist die Golfregion ein zentraler Knotenpunkt des Containerverkehrs. Der Hafen Jebel Ali in Dubai schlug 2024 rund 15,5 Millionen TEU um – etwa doppelt so viel wie der Hamburger Hafen im selben Zeitraum. Störungen in der Straße von Hormus würden daher nicht nur die Energieversorgung, sondern auch den Containerverkehr betreffen.

Auch die Route durch das Rote Meer mit dem Suezkanal ist von zentraler Bedeutung: Rund zwölf Prozent des weltweiten Seehandels und etwa 30 Prozent des globalen Containerverkehrs verlaufen über diese Achse. Nach erheblichen Beeinträchtigungen gibt es erste vorsichtig positive Signale, einzelne Reedereien nutzen ausgewählte Passagen auf Grundlage fortlaufender Lagebewertungen wieder. Gleichwohl könnte eine Eskalation der Spannungen in der Region die Sicherheitslage wieder verschärfen und Angriffe der im Jemen aktiven, mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen begünstigen.

Vor diesem Hintergrund ist die EU-Operation ASPIDES von zentraler Bedeutung. Ihr Einsatzgebiet umfasst die Meerenge Bab al-Mandab, die Straße von Hormus sowie angrenzende Seegebiete im Roten Meer und im Arabischen Raum. Eine Verlängerung des Mandats ist ein notwendiger Beitrag zur Wahrung einer verlässlichen europäischen Präsenz zum Schutz freier und sicherer Seewege.

In Deutschland sind rund 290 Reedereien ansässig, die weltweit tätig sind und zehntausende Seeleute beschäftigen. Der VDR appelliert an alle beteiligten Staaten, die freie und sichere Passage auf internationalen Seewegen entschlossen zu gewährleisten.


Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.

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    Carsten Duif